Sind Linke in der Gewerkschaft nur noch die nützlichen Idioten?

von Hans-Werner Machemehl

© Gerd Altmann / pixelio.de

 

Wenn wir uns an Aktionen, Demonstrationen, Streikunterstützung und die Aufrechterhaltung gewerkschaftlicher Arbeit beteiligen, sind wir gute Gewerkschafter. Wenn es jedoch darum geht politische Meinungen auszutauschen oder Strategien zu diskutieren, werden wir ausgegrenzt.

So geschehen am 15./ 16. Januar als der DGB Vorsitzende Michael Sommer( SPD) die Politiker Steinmeier (SPD), Merkel (CDU) und Kretschmann (Grüne) zu einer Klausur einlud.

Dass ausgerechnet kein Vertreter der LINKEN eingeladen wurde, ist bezeichnend für den Mainstream im Lande, der immer mehr in die neoliberale Ecke geht.

Wir LINKEN passen da scheinbar nicht rein, obwohl wir die einzige Partei sind, die alle Forderungen der Gewerkschaften auf unserer Agenda haben und sie auch konsequent vertreten.


Spitzenfunktionäre im DGB mit dem Parteibuch der SPD haben viele der arbeitnehmerfeindlichen Gesetze in der Zeit, als die SPD mit den Grünen und danach mit der CDU regierte, geduldet. Zumindest haben sie sich nicht energisch genug dagegen gewehrt.

Aus Nibelungentreue oder mit der Aussicht auf gutdotierte Mandate oder Posten in der SPD während bzw. nach der aktiven hauptamtlichen Gewerkschaftsarbeit haben sich diese Kollegen erschreckend oft zurück gehalten. Ohne ihre Zustimmung und mit der Androhung einer deutlichen Abkehr von der SPD, wie Gewerkschafter, die die WASG gegründet haben, hätten sie die größten Sauereien wie Agenda 2010 ( Hartz Gewerkschafter ) , Leiharbeit und Rente mit 67 ( Clemens SPD, Gewerkschaft und Lobbyist) und das peinlichste Beispiel die Riesterrente (Walter Riester Stellvertretender Vorsitzender IGMetall und SPD, der heute die Ernte seiner kurzen Zeit als Arbeit und Sozialminister als Lobbyist in der Versicherungswirtschaft einfährt) sicher verhindert.

Nicht zu vergessen der Genosse der Bosse Gerhard Schröder

( Bundeskanzler und Gewerkschafter ).

Übrigens ist das Einfahren der Ernte nach der Amtszeit für merkwürdige Zuwendungen an die Wirtschaft in der Zeit als Bundesminister in unserer Republik seltsamerweise nicht strafbar.

Es stinkt nach Korruption, ist es aber nicht!


Auch das ist Mainstream. Es hat den Eindruck, alle Beteiligten in Politik. Wirtschaft und in den Medien sind sich darin einig.

Da kann der SPD Kanzlerkandidat und ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft Steinbrück sein Bundestagsmandat schwänzen um vor Wirtschaftsbossen extrem gut bezahlte Reden zu halten, die diese auch ertragen, weil sie während seiner Amtszeit das milliardenschwere Schmerzensgeld dafür schon eingesackt haben. Man gönnt ihm den Nebenverdienst von mehr als einer Million Euro.

Jeder normale Arbeitnehmer würde da bei seinem Arbeitgeber in Erklärungsnot geraten.


Gewerkschafter feiern den SPD Kanzlerkandidaten und sangen bei seiner Inthronisation ``You never walk alone`´, vielleicht in der Hoffnung, wenn sie mit ihm latschen, bekommen sie etwas ab. Wenn sie sich da mal nicht gewaltig täuschen! Steinbrück ist nicht für das Soziale, das hat er schon bei etlichen Gelegenheiten gesagt und bewiesen.